Von Legehennen und Masthühnern – KinderSonntag im Tierheim

Das KinderSonntags-Team erklärt unsere Zusammenarbeit mit Rettet das Huhn e.V.5. April 2016

Von einem Huhn hat eigentlich jeder eine ungefähre Vorstellung. Die Teilnehmer des vergangenen KinderSonntags wollten aber mehr wissen: wo und wie leben die Millionen Hennen, die ständig Eier legen müssen und die Millionen Hühner, die wegen ihres Fleisches geschlachtet werden?

Hühner leben gern in kleinen Gruppen, in denen eine feste Rangordnung, die Hackordnung, besteht. Sie lieben es, draußen im Grünen zu picken und zu scharren, ihr Gefieder in einem Sandbad zu reinigen und nachts auf der Stange in einem sicheren Stall zu schlafen. Sie haben einen ausgeprägten Familiensinn und schon das ungeschlüpfte Küken im Ei weiß, wie seine Hühnermama gackert.

Doch die allermeisten Hühner dürfen so nicht leben. Die Legehennen, die die vielen Eier für die Verbraucher legen müssen, werden schon nach einem Jahr geschlachtet. Die Zahlen auf den Eiern informieren darüber, wie die Hennen gehalten wurden. Eier mit einer 0 (Biohaltung) und einer 1 (Freilandhaltung) stammen von Hennen, die draußen Auslauf haben. Die Eier von Hühnern, die ausschließlich in Hallen leben müssen, sind mit einer 2 gekennzeichnet (Bodenhaltung). Eier mit einer 3 stammen von Hennen, die in engen Käfigen leben müssen. Diese Eier landen auch oft versteckt in Produkten wie Kuchen, Nudeln und Süßwaren.
Also Augen auf beim Eierkauf! Wer Eier kaufen möchte, bitte am besten nur aus Biohaltung.

Die Hühner, die als Tiefkühlhuhn, Hühnerbrust, Chicken-Nuggets oder Brathähnchen enden, sind die sogenannten Masthühner. Das sind im Turbotempo gemästete Tierkinder, die im Alter von fünf Wochen bereits bis zu zweieinhalb Kilo wiegen und dann im Schlachthof sterben. Sie leben in riesigen Hallen, ohne Tageslicht, ohne ihre Hühnermama und essen den ganzen Tag, weil man ihnen das Gefühl satt zu sein weggezüchtet hat. Ihre Beinchen können den schweren Körper schon bald kaum noch tragen. Sie leiden Atemnot und haben geschwürige Stellen an den Füßen, weil sie ununterbrochen im verkoteten Einstreu stehen müssen. Das ist traurig und grausam. Da kann man nur sagen: Hühnerfleisch – Nein, danke!

Es gibt Menschen und Vereine, die sich für Hühner einsetzen. So wie zum Beispiel „Rettet das Huhn“. Sie haben schon 37.027 (!!!) Legehennen aus Massentierhaltungen übernommen und ihnen damit das Leben gerettet. Der Hamburger Tierschutzverein hilft bei diesen Rettungsaktionen auch mit und hat schon viele Hennen im Tierheim aufgenommen und dann an Menschen vermittelt, bei denen die Tiere in Ruhe alt werden dürfen – auch wenn sie nicht mehr so viele Eier legen!

Unsere Stoffhennen zeigen, wie eng die Legehennen in der Kleingruppenhaltung (Nr. 3 auf dem Ei) leben müssen.Susanne Sander erzählt den Kids Grundsätzliches über Hühner. Im Hintergrund steht HTV-Haushahn Thoralf.