Letzter Bericht aus Baile Herculane – Viel Schweiß und viele Tränen

Norah darf noch in diesem Monat in den HTV kommen.17. Juni 2017

Für das Baile-Team vom HTV heißt es schweren Herzens Abschied nehmen. In den letzten Tagen wurde fleißig gearbeitet und viel geschafft. Ein paar Fellnasen sollen noch im Juni zu uns ausreisen, dafür werden wir noch um Finanzierung der Tickets bitten.

Tag 6 und 7

Am Mittwochabend waren wir kurzzeitig in Sorge um Nancy, die sich gegen drei Uhr Nachmittags auf den Weg zum Baumarkt gemacht hatte und um neun Uhr abends immer noch nicht zurück war. Wir erreichten sie irgendwann telefonisch und sie sagte, sie sei auf dem Rückweg. Gegen halb zehn trudelte sie im Hotel ein. Leider hatte man sie zunächst zum falschen Ort geschickt. Nancy war deshalb etwa 2,5 Stunden über eine Schotterstraße durchs Nirgendwo in die falsche Richtung gefahren bis ihr ein netter Bauer weiterhalf und ihr sagte, dass sie erstens mit ihrem Auto bald nicht mehr weiter kommen würde, da die Straße nur für Jeeps sei und zweitens, sich der Baumarkt in einem Ort in der komplett anderen Richtung befindet. Also umgedreht und den ganzen Weg zurück. Was tut man nicht alles um im Baumarkt Pavillons als Schattenspender für die Hunde zu besorgen, die am Donnerstag gleich aufgestellt wurden. Außerdem gab es neue Gießkannen zum Wassertransport, Waschwannen, Handschuhe, Schwämme und Kabelbinder.

Am Donnerstag begann unser Tag damit, dass wir auf dem Weg ins Tierheim am Wegesrand zwei tote Welpen fanden. Sie hatten beide dieselbe Verletzung am Bauch, die vermuten lässt, dass jemand sie getötet und am Straßenrand entsorgt hat. Kein schöner Start in den Tag.

Am Donnerstag und Freitag hatten wir zudem noch zwei Zwischenfälle, die uns alle schockierten. Zwei Hundemütter töteten jeweils einen ihrer Welpen. Bei dem Alter, dass die Welpen bereits erreicht hatten, ist dies ungewöhnlich und auf die hiesigen Lebensumstände zurück zu führen. Dies sorgte zusammen mit den weiteren Welpen, die verstarben für Trauer und Verzweiflung bei unserer Gruppe. In solchen Momenten ist man froh, dass man als Team da ist und sich gegenseitig aufbauen kann.

Die Gruben zum Entsorgen des Kots sind leider immer noch nicht abgepumpt worden. Deshalb sind diese leider übergelaufen. Wir alle hoffen, dass nun bald jemand kommt. In Rumänien ticken die Uhren halt etwas langsamer.

Am Donnerstag hat ein Transporter mit Hunden das Tierheim Richtung Deutschland verlassen. Unter anderem konnten Westi Johny und Krummbein Toni ausreisen. Wir alle haben uns für alle Fellis sehr gefreut und wünschen ihnen ein ganz wunderbares weiteres Leben.

Außerdem wurde am Donnerstag das Dach der Quarantäne noch neu gedeckt. Mishu brachte Blechplatten die David und Thomas gemeinsam mit dem rumänischen Handwerker Gogu verbauten.

Freitag wurden noch Krallen geschnitten. Die meisten Hunde wissen dabei nicht so recht wie ihnen geschieht, da sie eine solche Pflege nicht gewohnt sind. Die meisten machen die notwenige Prozedur aber trotzdem gut mit. Lisa und die rumänische Tierärztin Adriana haben am Freitag kastriert. Es wurde sogar eine Besitzerkatze zum Kastrieren vorbei gebracht. In Rumänien eher eine Seltenheit, dass Besitzer ihre Tiere zum Kastrieren geben. Umso größer war die Freude, dass es so verantwortungsbewusste Menschen gibt, die sich dafür entscheiden nicht zur unkontrollierten Vermehrung beizutragen und Leid zu verhindern.

Am Freitag konnten wir noch zwei neue Insassen begrüßen, die Gigi im Transporter brachte. Da sie bereits Namen trugen, handelt es sich wohl um Besitzerhunde. Sicher, wissen wir es nicht. Gigi, Nick und Inka haben die beiden gemeinsam in einen Zwinger gesetzt, der aufgrund der Ausreise der Hunde am Donnerstag frei war. Die Hündin Lady und ihr Sohn Max sind sehr freundlich und zutraulich.

Mishu brachte noch weitere Hunde nach Craiova in die Klinik, die Knochenbrüche haben. Die kleine gelähmte Hündin, die neu angekommen ist, war auch mit in der Klinik. Die Ärzte haben gesagt, ihre Wirbelsäule sei nicht gebrochen, sondern es sei nur etwas eingequetscht. Sie soll bald operiert werden. Wir hoffen, dass die kleine Maus danach wieder laufen kann. Das wäre großartig und wir drücken ihr die Daumen.

Es wird im Akkord gereinigt.Am Freitagabend haben Karen und Nick noch bis spät gekärchert um alle Zwinger fertig zu bekommen. Besonders schwierig stellte sich dies bei den Hunden dar, die einzeln in ihren Zwingern sitzen und nicht so zugänglich sind. Nick, Inka, Karen, Thomas und Gigi verstauten die Hunde mit gemeinsamen Kräften für die Zeit des Kärcherns also in Boxen. So konnte in Ruhe gereinigt werden und die Hunde danach in ein sauberes Zuhause ziehen. Hündin Hera hat sich bei der Gelegenheit einen Abzieher geschnappt und ihn zerlegt.

Nun heißt es schon wieder Abschied nehmen für Nick, Nancy, Gabi, Karen und Charlotte. Eine Woche geht hier immer so wahnsinnig schnell um, weil es so viel zu tun gibt. Sabine hat sich bereits Freitagabend von allen verabschiedet. Inka, Thomas, Lisa und David bleiben noch ein paar Tage. Sie werden zusätzlich unterstützt durch Laura, die aus Deutschland angereist ist und bereits Baile-Erfahrung hat. Der Abschied wird sehr schwer fallen. Allen sind die Hunde hier ans Herz gewachsen und jeder hat natürlich zwei, drei Kandidaten die ihn besonders berühren. Und so ist es jedes Mal schwer, das letzte Mal die Runde durchs Tierheim zu drehen, noch einmal die Köpfchen zu kraulen und den Hunden zuzuflüstern, dass sie bestimmt bald ausreisen werden. Und dann bleibt einem nichts als zu hoffen, dass das dann auch wahr werden möge.

Wir nehmen viele Eindrücke mit nach Hause, bei denen es sicherlich noch etwas dauern wird, bis wir sie verarbeitet haben.

Ein paar Fellnasen sollen noch im Juni zu uns ausreisen, dafür werden wir noch um Finanzierung der Tickets bitten. Joyce, Norah, Susa, Nathan und Wheeli werden wir hoffentlich im Hamburger Tierschutzverein wiedersehen. Darauf freuen wir uns unheimlich!

Viele Fotos zum Abschlussbericht finden Sie wieder in unserer Bildergalerie.
 

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