Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.
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Hamburger Tierschutzverein kann wieder Vögel aufnehmen, vermitteln und auswildern

Endlich wieder mehr Sonnenlicht und Frischluft für unsere Vögel.Endlich wieder mehr Sonnenlicht und Frischluft für unsere Vögel.Pressemitteilung vom 12. April 2017

Mit sofortiger Wirkung konnte heute der Aufnahmestopp für alle Vögel aufgehoben werden. Die behördlichen Anordnungen zum Schutz vor der Geflügelpest schränkten den Tierheimbetrieb in der Süderstraße für fast vier Monate enorm ein. Ab dem heutigen Mittwoch haben viele Auflagen und Verbote nun ein Ende und im Tierheim kann endlich wieder allen Tieren geholfen werden.

Mit Ablauf des 8. Aprils sind alle behördlichen Restriktionsgebiete zur Bekämpfung der Geflügelpest aufgehoben. Damit sind auch die Anleinpflicht für Hunde und die Einsperrpflicht für Katzen beendet.
 
Im vereinseigenen Tierheim in der Süderstraße werden derzeit 135 Heim- und Stallvögel versorgt, 55 Wildvögel können nunmehr nach und nach wieder ausgewildert werden. Die Vermittlungsvögel können wieder art- und verhaltensgerecht untergebracht werden. Noch ist der Vogelbestand anderthalb Mal höher als im Vorjahr. Aufgrund der beginnenden Jungtiersaison wird der Bestand nur langsam sinken.

Der HTV appelliert daher eindringlich, nur solche Jungvögel der Natur zu entnehmen, die tatsächlich menschliche Hilfe benötigen. „Die Unterbringung der jungen Wildvögel und eine artgemäße Vorbereitung auf ihr Leben in Freiheit wird in diesem Jahr eine noch größere Herausforderung. Wir werden nur nach und nach die Folgen der behördlichen Einschränkungen überwinden können“, so die Einschätzung der 1. Vorsitzenden Sandra Gulla.

Die behördlich verhängten Restriktionen hatten dazu geführt, dass der HTV weder wilde noch domestizierte Fundvögel aufnehmen konnte. Auch die Abgabe von Heimvögeln war nur eingeschränkt möglich. Zu diesen Maßnahmen sah sich der HTV einerseits gezwungen, da im Falle eines Virusnachweises vor Ort der gesamte Vogelbestand unabhängig von Art, Aufnahmegrund und Unterbringung in Quarantänestationen gekeult worden wäre. Andererseits waren alle Volieren voll, da auch die Vermittlung von Wohnungsvögeln und die Auswilderung von Wildvögeln durch das sogenannte Verbringungsverbot untersagt waren.

Präventive Strategie bei künftigen Seuchenfällen notwendig

Seit Anfang November 2016 sind in Deutschland über eine Million Vögel getötet worden. Um zukünftige Seuchenausbrüche tiergerechter eindämmen zu können, sprechen sich der HTV und sein Dachverband, der Deutsche Tierschutzbund, für eine vorbeugende Strategie aus. „Maßnahmen wie die massenweise Bestandstötung und dauerhafte Aufstallungsgebote sind nicht zielführend und zudem unethisch“, kritisiert Sandra Gulla. Dass die Aufstallung der Tiere keine Garantie für die Verhinderung einer Ansteckung ist, zeigen die vielen Fälle von Geflügelpestausbrüchen in komplett geschlossenen Beständen.

Mittlerweile hat sich eine Kommission unabhängiger Wissenschaftler gegründet, die deutliche Kritik am Vorgehen der Behörden äußert. Die gesammelten Daten sprächen nicht dafür, dass Wildvögel Auslöser der Geflügelpest-Ausbrüche in den kommerziellen Haltungen sind. Es gebe "keinen veterinärmedizinischen Grund für die Stallpflicht", so die Kommission aus Mikrobiologen, Biochemikern, Ornithologen und Zoologen. Vielmehr sei die Geflügelpest auf Produktionsmethoden und Handelsstrukturen in der globalisierten Geflügelindustrie zurückzuführen. Damit gebe es „keinen haltbaren Grund, offene, artgerechte Geflügelhaltung unbestimmt lange zu verbieten und diese Tiere damit sozialem Stress, Krankheit und Tod auszusetzen". Verschiedene Initiativen und Zusammenschlüsse, wie die AG Vogelfrei, planen daher aktuell juristische Schritte gegen die Geflügelpest-Verordnung von 2007, um sie gänzlich zu Fall zu bringen.

135 Stall- und Ziervögel warten auf neue Halter, so auch unsere vor der Schlachtung bewahrten Hähne.135 Stall- und Ziervögel warten auf neue Halter, so auch unsere vor der Schlachtung bewahrten Hähne. Seit Mitte November lebten unsere Vögel in großer Zahl in abgedeckten Volieren. Seit Mitte November lebten unsere Vögel in großer Zahl in abgedeckten Volieren.

 

Für Wellensittich Yellow brechen wieder sonnigere Zeiten an.Für Wellensittich Yellow brechen wieder sonnigere Zeiten an.