Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.
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Erster Taubenschlag des Hamburger Tierschutzvereins offiziell eingeweiht

Ein Zuhause für hoffentlich bald 200 Stadttauben: der Taubenschlag auf der Centrum-Moschee.Ein Zuhause für hoffentlich bald 200 Stadttauben: der Taubenschlag auf der Centrum-Moschee.Pressemitteilung vom 6. September 2016

Der innerstädtische Taubenschlag auf der Centrum-Moschee an der Böckmannstraße ist bezugsfertig. Nach einer aufwendigen Planungs- und Bauphase konnte dieser am heutigen Dienstag offiziell eingeweiht werden. Zahlreiche Vertreter aus Politik und Verwaltung begingen diesen Meilenstein für den Taubenschutz in der Hansestadt gemeinsam mit dem Hamburger Tierschutzverein, dem Hamburger Stadttauben e. V. und der Islamischen Gemeinde – Centrum Moschee e. V. In den nächsten Tagen werden die ersten Jungtauben aus dem Tierheim Süderstraße als Locktauben dort einziehen. Sie sollen dann in den kommenden Monaten den dort ansässigen Tauben den Weg in den Schlag weisen.

„Man muss Tauben nicht mögen, um Taubenschläge gut zu finden“, sagte Sandra Gulla, 1. Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins, vor den rund 50 geladenen Gästen. „Aber selbstverständlich kann man Tauben auch genauso wertschätzen wie andere Tiere.“
In dem Taubenschlag haben die Tauben die Möglichkeit, sich artgemäß zu ernähren. Täglich werden die Tiere dort mit frischem Wasser und Futter versorgt. So müssen sie nicht mehr ständig am Boden nach Futter suchen und sind weniger den Gefahren ausgesetzt. Denn besonders im innerstädtischen Bereich leiden die Tauben erheblich: Sie hungern und verletzten sich bei ihrer ständigen Nahrungssuche an Fäden und Angelsehnen oder werden überfahren, nicht selten werden Tauben hinter schadhaften Vergrämungen eingeschlossen. Sogenannte Spikes werden aus Mangel an Schlaf- und Brutplätzen von den Tieren auch mal auseinandergebogen und als Ersatznest benutzt. Spätestens der Nachwuchs verletzt sich hier teilweise dramatisch – bis zu 90 Prozent der Jungen sterben.

Die Bestandsregulierung gelingt jedoch nicht durch das Töten von Tieren oder das Hungernlassen, wie es das behördliche Taubenfütterungsverbot in Hamburg vorsieht, sondern nur durch Geburtenkontrolle. Daher setzen HTV und Hamburger Stadttauben auf eine tierfreundliche Bestandsregulierung – also betreute Taubenschläge, in denen die Tiere artgerecht gefüttert und versorgt und in denen die Eier rechtzeitig gegen Gipsattrappen ausgetauscht werden.
 
Der Taubenschlag befindet sich in luftiger Höhe auf dem Dach der Centrum-Moschee. Das Gebäude liegt in unmittelbarer Nähe zum Steindamm, an dem sehr viele Tauben leben. Auch aus einem anderen Grund fiel die Wahl auf diesen Standort: Im Islam wird die Taube sehr geschätzt. Dort wird sie als Helferin des Propheten Mohammed beschrieben und als monogames Tier gilt sie als Symbol der Treue.  

Die Kosten für den Bau des ersten innerstädtischen Taubenschlags, in dem bis zu 200 Tauben ein Zuhause finden sollen, belaufen sich auf knapp 20.000 Euro, wovon gut ein Viertel die Freie und Hansestadt Hamburg trägt. Der übrige Betrag konnte durch Spenden finanziert werden.

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