Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.
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Tod und Zerstörung durch Laubbläser und Laubsauger

Igel finden im Laub überlebenswichtige Nahrung.Igel finden im Laub überlebenswichtige Nahrung.11. Oktober 2017

Mit dem Herbst geht die Natur in ihren Dornröschenschlaf über. Überall in Gärten und Parks, an Wegen und Straßen fällt schon Laub herab. Große und kleine Tiere suchen sich den richtigen Unterschlupf für die kalte Nacht – oder gleich für die nächsten Monate. Doch immer häufiger bereitet die elektronische Laubbeseitigung deren Leben ein Ende.

Zunehmend finden Laubsauger bzw. Laubbläser ihren Einsatz, um Natur zu beseitigen, die vielen Menschen nicht ordentlich genug ist. Gegenüber Laubrechen, die geräuscharm und naturschonend eingesetzt werden können, sind sie regelrecht schonungslos. Im Hinblick auf die Tierwelt bringen sie nämlich große Nachteile mit sich. Die störungsintensiven Bläser und Sauger zerstören wichtige Lebensräume und Nahrungsgründe von Tieren oder verletzen bzw. töten diese gar. Zudem wird mit diesen Geräten vermehrt Laub auch in vorhandenen Gehölzstrukturen wie Hecken und Gebüschen entfernt. Hierbei kann es neben der Verletzung oder Tötung von Tieren zusätzlich zur Zerstörung von Schlafnestern kommen. Durch den Einsatz von Laubbläsern und Laubsaugern kann es folglich zur Verletzung der Verbotstatbestände nach § 44 Abs. 1 Nrn. 1 bis 3 Bundesnaturschutzgesetz kommen. Um die gesetzlichen Vorschriften zum Schutz der heimischen Tierwelt und ihrer Lebensräume sowie zum Schutz der Biodiversität einzuhalten, sollte daher bei der Bearbeitung von Grünanlagen auf eine Beseitigung des Laubes in bzw. vor Gehölzstrukturen verzichtet werden. Bei allen Gartenarbeiten muss sichergestellt werden, dass keine Tötung oder Verletzung von Tieren oder Zerstörung ihrer Lebensstätten erfolgt. Sandra Gulla, 1. Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins, appelliert daher eindringlich an alle Gärtnerinnen und Gärtner: „Bitte sorgen Sie dafür, dass in Ihrem Verantwortungsbereich keine Laubsauger oder -bläser in oder an Gehölzen eingesetzt werden. Somit tragen Sie einen Teil zum Schutz unserer Natur bei und schützen sich selbst vor Verfolgung eventueller Verletzungen von Verbotstatbeständen nach § 44 BNatSchG, welche zur Ahndung im Rahmen eines Bußgeldverfahrens führen können.“

Für weitere Informationen verweisen wir auf die Broschüre der Stadt Hamburg "Grüne Vielfalt im Wohnquartier", in welcher praktische Tipps zum Erhalt und zur Steigerung der biologischen Vielfalt in Hamburg gegeben werden.