Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.
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Schwerer Abschied von Ira

Ira, wir werden Dich nicht vergessen!Ira, wir werden Dich nicht vergessen!12. Juli 2017

Als Ira kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres auf ihre Pflegestelle zog, hätte niemand geglaubt, dass sie noch über sechs tolle Monate vor sich haben würde. Nun erreichte uns die traurige Nachricht, dass die liebe rumänische Hunde-Omi am 7. Juli eingeschläfert werden musste.

Wir bedanken uns von Herzen bei allen Patinnen und Paten, die Ira bis zuletzt finanziell unterstützt haben, und natürlich bei ihrem Pflegeherrchen, der so liebevoll für sie gesorgt hat. Zum Abschied berichtet er noch ein letztes Mal über die zurückliegenden Wochen:

Iras gesundheitliche Baustellen hätten ja locker für drei Hunde gereicht. Am 16. Juni begann ihr Haupttumor, welcher inzwischen die Größe eines Tennisballs hatte, durchzubrechen. Es gab nun drei Möglichkeiten:

1. Nichts tun, was innerhalb weniger Tage zu einer Sepsis oder einer massiven Blutung geführt hätte.
2. Einschläfern lassen, um ihr dieses Schicksal zu ersparen.
3. Eine Operation wagen mit dem Bewusstsein, dass durch die Herz-Lungen-Erkrankung das OP-Risiko sehr hoch war und sie eh palliativ sein würde.

Mit viel Schlaf und Ruhe erholte sich Ira zunächst gut von dem Eingriff, ...Mit viel Schlaf und Ruhe erholte sich Ira zunächst gut von dem Eingriff, ...Am 18. Juni haben wir dann entschieden, ihr die Chance – sei sie auch noch so klein – zu geben und am 19. Juni wurde Ira dann operiert. Die OP hat sie gut überstanden und am 20. Juni konnte ich sie mitnehmen. Man hat gemerkt, wie froh sie war, wieder zu Hause zu sein. Zunächst sehr schwach, besserte sich der Zustand schnell. Allerdings bekam Sie durch eine Störung des Lymphabflusses als Komplikation eine massive Schwellung des rechten Hinterlaufs. Durch Kühlen, Medikamente und Lymphdrainage bekamen wir dieses Problem gut in den Griff. Sie wurde immer munterer, sodass ich sie bei den Spaziergängen bremsen musste.

Leider wurde sie so übermütig, dass sie in der Nacht zum 30. Juni, an diesem Tag sollten die Fäden gezogen werden, ihren Kragen überwand und schon mal selbst damit begann. Glücklicherweise war die Narbe nur an einer kleinen Stelle gerissen, sodass der Großteil der Wunde geschlossen blieb. Sie bekam dann vier Klammern verpasst und musste weiterhin den Kragen tragen. Zusätzlich habe ich ihr dann noch abends Boxershorts angezogen, was sie auch gut akzeptierte und ihr ausgezeichnet stand. Allerdings fiel mir schon damals eine kleine Stelle auf, welche ich zunächst als Hämatom einordnete und welche auch nicht größer wurde. Ira wurde immer munterer und ich war bester Hoffnung, ihr noch ein paar Monate verschafft zu haben.

... doch dann verschlechterte sich ihr Zustand schlagartig.... doch dann verschlechterte sich ihr Zustand schlagartig.Am 7. Juli sollten die Klammern gezogen werden. Ich wollte mit ihr morgens spazieren gehen, als es zu einer massiven Blutung aus eben jener Stelle kam. Diese habe ich zunächst mit einem Druckverband gestoppt und ab ging es zum Arzt. Dort haben wir die Stelle weiter untersucht. Die Umgebung der OP war stark verhärtet, der Tumor also wieder massiv gewachsen. Damit war klar, dass die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten war. Die HTV-Tierärzte telefonierten noch mit meinen Tierärzten und ich mit Sandra Gulla. Letztlich war die Entscheidung klar. Den Tag über nahm ich Ira noch mit nach Hause. Sie wollte nicht mehr. Gegen Abend wurde sie dann bei mir eingeschläfert. Meinen Hund Knut hatte ich weggeschlossen. Das war auch nötig, da er ansonsten seine Hündin bis aufs Letzte verteidigt hätte. An die wäre ohne Gewalt keiner mehr rangekommen. Als alles vorüber war, habe ich ihn dann zu ihr gelassen. Er ging einmal ins Wohnzimmer, hat sie kurz beschnuppert und danach ist er in das Schlafzimmer verschwunden, welches er bis auf die Gassirunden nicht mehr verließ. Am Samstag, nach einer langen Nachtwache, verbrachte ich Ira dann zum Krematorium.

Die gesamten Kosten wurden übrigens durch Spenden finanziert.

Ich muss sagen, ich bin froh, Ira seit dem 23. Dezember 2016 bei mir gehabt zu haben. Natürlich war mir klar, dass die gemeinsame Spanne nur kurz sein würde, aber sie war doch deutlich länger als im Dezember befürchtet. So konnte Ira glücklicherweise doch noch mal ein anderes Leben kennenlernen und auch genießen. Wir hatten viele Erlebnisse und schöne Stunden. Selbst hat sie mir mit ihrer Zuneigung und liebenswürdigen Art viel mehr zurückgegeben, als ich ihr geben konnte! Von daher blicke ich auch positiv auf die letzten Monate zurück und bin dankbar für die Zeit die wir gemeinsam verbringen konnten.

In ihrem Namen möchte ich mich bei allen bedanken, die ihr und auch mir dies ermöglicht haben. Ira, Du bist jetzt mit meinem anderen Hund an der Regenbogenbrücke!

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