Unterstützen Sie die Kampagne „EndPigPain“ gegen das Leid der Schweine in der Landwirtschaft!

So soll ein Schweineleben sein: Viktoria genießt die Sonne.9. Mai 2017

Viktoria ist dem Schicksal eines Mastschweins entkommen, sie führt jetzt ein artgemäßes Leben auf dem bayerischen Erdlingshof. Die meisten ihrer Artgenossen haben dieses Glück nicht – 60 Millionen Schweine werden allein in Deutschland jährlich geschlachtet. Um dieses Leid zu beenden, ruft der Hamburger Tierschutzverein dazu auf, die Petition zur neuen Kampagne des Deutschen Tierschutzbundes „EndPigPain“ zu unterstützen.

Die europaweite Kampagne „EndPigPain“, die von verschiedenen europäischen Tierschutzorganisationen und der Dachorganisation Eurogroup for Animals getragen wird, möchte auf tierschutzrelevante Probleme in der landwirtschaftlichen Schweinehaltung aufmerksam machen. „Die konventionelle Schweinehaltung ist auch in Deutschland mit vielen Tierschutzproblemen verbunden“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Ferkeln werden routinemäßig die Schwänze kupiert und die Zähne abgeschliffen, männliche Ferkel dürfen noch bis 2019 ohne Betäubung kastriert werden, Sauen leben einen Großteil ihres Lebens eingepfercht in Kastenständen. Das Leid der Schweine muss endlich ein Ende haben. Die Tiere dürfen nicht länger ihren Haltungssystemen angepasst werden, sondern die Haltung muss sich an den Bedürfnissen der Tiere orientieren. Hier ist die Politik als Gesetzgeber gefragt, um mehr Tierschutz schnellstmöglich zu realisieren, auch durch gezielte Subventionierung von tiergerechten Stallsystemen.“ Auch ein kürzlich von Greenpeace veröffentlichtes Gutachten zeigt: Die Mastschweinehaltung in Deutschland ist rechtswidrig und missachtet das im Grundgesetz verankerte Staatsziel Tierschutz.

Trauriger Alltag der meisten Schweine: ein leidvolles Leben im Dreck. Foto: ARIWADie Kampagne „EndPigPain“, an der sich verschiedene europäische Tierschutzorganisationen beteiligen, will die Öffentlichkeit für die Eingriffe am Schwein und das damit verbundene Leid der Tiere sensibilisieren. Der Deutsche Tierschutzbund widmet sich zusätzlich einer weiteren, hoch tierschutzrelevanten Problematik: der Haltung von Sauen im Kastenstand. An die Politik selbst stellt der HTV gemeinsam mit den anderen Tierschutzorganisationen auf nationaler und europäischer Ebene die gezielte Forderung, den Ausstieg aus Manipulationen am Schwein und der Fixierung von Sauen gesetzlich einzuleiten. Die gesammelten Unterschriften für die Petition zum Ende des Schweineleids werden an den Bundeslandwirtschaftsminister überreicht. Der Deutsche Tierschutzbund hat sich mit seinen Forderungen zur Beendigung des Schweineleids auch bereits in einem Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt gewandt.

Hintergrund

Das Ferkel hat bereits einen kupierten Schwanz, obwohl dieser Eingriff als Routine verboten ist. Foto: Jo-Anne McArthurSchwänze kupieren und Zähne schleifen
Das Kupieren der Ringelschwänze und das Abschleifen der Eckzähne zählen in Deutschland zu den Eingriffen am Schwein, die routinemäßig im frühen Ferkelalter durchgeführt werden. Dabei sind beide Eingriffe durch die europäische Gesetzgebung seit Langem verboten. Wir fordern von der Bundesregierung daher einen entsprechenden Ausstiegsplan. Zudem muss sie die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen, damit das Halten von Schweinen mit ungekürzten Schwänzen und Zähnen keine tierschutzrelevanten Folgen hat: Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung sollte dahingehend geändert werden, dass die vorherrschenden Warmställe mit Vollspaltenböden, in denen sich das Schwanzbeißen unter den Tieren nicht in den Griff bekommen lässt, nicht mehr gebaut werden dürfen. Neu- und Umbauten sollten eine tiergerechte Schweinehaltung mit ausreichend Platz, geeigneter Beschäftigung durch eingestreute Liege- und Wühlbereiche sowie Außenklimakontakt ermöglichen.

Betäubungslose Ferkelkastration
Die Kastration männlicher Ferkel stellt einen weiteren tierschutzrelevanten Eingriff dar, der große Schmerzen verursacht. Ab 2019 darf der Eingriff nur noch unter Betäubung durchgeführt werden – ein Erfolg für den Tierschutz. Ausdrücklich inakzeptabel wäre aus Tierschutzsicht jedoch die Lokalanästhesie, wie sie die Branche fordert. Verschiedene Studien belegen, dass diese Methode zusätzliche Schmerzen und Stress verursacht und keine ausreichende Schmerzausschaltung während der Kastration bewirkt. Als tierschutzkonforme und praktikable Methoden empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund die Ebermast, die Impfung gegen Ebergeruch und die Kastration unter Vollnarkose mit Schmerzmedikation.

Den Großteil ihres Lebens verbringen Zuchtschweine im Kastenstand. Foto: ARIWASauenhaltung im Kastenstand
Ein weiterer Problembereich der Schweinehaltung, der dringenden Handlungsbedarf erfordert, ist die Haltung von Sauen in Kastenständen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte Ende letzten Jahres klargemacht, dass die gängige Kastenstandhaltung als rechtswidrig einzustufen ist. Gesetzesänderungen sind dringend notwendig, um die rechts- und tierschutzwidrige Haltung der Sauen zu beenden. Wir fordern eine zeitnahe Umsetzung, sowohl für den Deckbereich, als auch für den Abferkelbereich. Eine tiergerechte Sauenhaltung sollte gesetzlich so ausgestaltet sein, dass eine Fixierung auf das aus Tierschutzsicht absolut notwendige Maß beschränkt wird – etwa kurzzeitig für tiermedizinische Behandlungen und nicht im Routinefall.

 

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