Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.
Header Header
 

Geflügelpest: Hamburger Tierschutzverein kann wieder Vögel vermitteln und auswildern

Das Tierheim Süderstraße liegt zwar nicht mehr im Sperrbezirk, Tauben müssen aber weiterhin "draußen" bleiben.Das Tierheim Süderstraße liegt zwar nicht mehr im Sperrbezirk, Tauben müssen aber weiterhin "draußen" bleiben.11. Januar 2017

Das vom Hamburger Tierschutzverein betriebene Tierheim Süderstraße kann wieder Vögel vermitteln sowie Ziervögel aus Wohnungshaltung aufnehmen. Neue Halter müssen jedoch bestimmte Vorschriften beachten. Der Aufnahmestopp gilt weiterhin für verletzte Wildvögel sowie Fundvögel.

Zum Schutz des Tierbestandes von über 200 Vögeln hatte sich der Hamburger Tierschutzverein am 15. Dezember 2016 zu einem Aufnahmestopp für alle Vögel entschlossen. Dieser konnte mit der Aufhebung der Restriktionszonen am 5. Januar 2017 etwas gelockert werden: So nimmt das Tierheim wieder Ziervögel aus Wohnungshaltung auf und kann diese Tiere sowie alle anderen Vögel, zum Beispiel Hühner, Enten und Tauben, an tierliebe Halter vermitteln oder auswildern. Für die Annahme und tierärztliche Versorgung von Fund- und Wildvögeln ist das Risiko noch immer zu hoch: Jeder neue Vogel kann den gesamten Bestand gefährden. Laut Geflügelpest-Verordnung müssen alle Vögel eines Bestands getötet werden, sobald die Infektion eines einzelnen Tieres nachgewiesen werden konnte.

Die seit November 2016 geltenden Einschränkungen hinsichtlich des Freilaufs von Hunden und Katzen sind mit der Aufhebung der Restriktionszonen (Sperr- und Beobachtungsgebiet) entfallen. Für Geflügelhalter, und damit auch für den Hamburger Tierschutzverein, gelten die Aufstallungspflicht und Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen weiterhin.

„Das Schlimmste an der Geflügelpest sind nicht die unsinnigen Anleingebote für Hunde und Katzen, sondern das millionenfache Töten von Tieren zur Seuchenbekämpfung“, sagt Sandra Gulla, 1. Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins. „Die Ursachen werden nicht mal ordentlich benannt.“ Insgesamt gab es seit November 2016 etwa 500 nachgewiesene Infektionen. Die Albert-Schweitzer-Stiftung hat in einem Artikel die Situation in Deutschland sowie die Positionen unterschiedlicher Experten zu den Ausbreitungswegen der Viren zusammengefasst. Fazit: Die Theorie, dass Wildvögel alleinige Überträger der Viren seien, erscheint vielen Fachleuten als unwahrscheinlich.