Iras Glück im Unglück

Iras Leben hat sich 2016 trotz allen Unglücks zum Guten gewendet.4. Januar 2017

Das vergangene Jahr war für Ira ein ganz besonderes. Als alte und kranke rumänische Kettenhündin war ihr Leben für einige Menschen wertlos. Nicht so für uns und unsere Unterstützer! Zum Jahresende durfte Ira nun auf eine Pflegestelle in Niedersachsen ziehen.

Kurz bevor wir einen Hospizplatz für den gehbehinderten und ebenfalls betagten Fuchur suchten, war die Befürchtung zur Gewissheit geworden, dass auch Iras Krankheit nicht mehr behandelt werden kann und ihr ebenfalls nur noch wenig Zeit bleibt.

Die Hündin war im Juli 2016 ins rumänische Hundelager Bucov gebracht worden. Zuvor lebte sie – wohl ihr ganzes bisheriges Leben – an der Kette. Sie war in schlechter Verfassung und freute sich über die Zuwendung, die sie nun erhielt. Sandra Gulla, 1. Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins, entdecke Ira während ihrer Tierschutzreise im Juli und setzte die Hundeseniorin prompt auf die Warteliste für eine Ausreise nach Hamburg, wo sie im November wohlbehalten ankam.

Ira kurz nach ihrer Ankunft im Hundelager Bucov.Auch die Diagnose einer Filariose, einer Infektion mit sogenannten Herzwürmern, minderte nicht unseren Wunsch, Ira zu retten und ihr ein Leben jenseits der Kette und des Hundelagers zu ermöglichen. Bei der Behandlung von Herzwürmern hatten wir zudem bereits mehrfach Erfolg gehabt. In der hiesigen Tierklinik erwies sich Iras Herz jedoch als zu geschädigt für die nicht ganz ungefährliche Behandlung, eine Genesung ist somit leider nicht mehr in Aussicht. Ihre verbleibende Lebenszeit können wir ihr jedoch so angenehm wie möglich gestalten, daher kam auch in Iras Fall der Wunsch nach einem Hospizplatz auf.

Auf eine erste Bitte unserer Vorsitzenden an die Unterstützerinnen und Unterstützer des Auslandstierschutzprojekts hin fand sich bereits am selben Tag ein Platz bei einem ehrenamtlich aktiven Mitglied in Niedersachsen. Es freut uns sehr und bestätigt uns in unserer Arbeit, dass wir auch in solchen Fällen auf unsere Aktiven zählen können. Die Feiertage konnte Ira, wie auch Fuchur, ruhig und warm, umgeben von lieben Menschen und Tieren verbringen.

Iras Pflegeherrchen berichtet:
„Es war ein zugegebenermaßen recht schneller Entschluss, mich für Ira zu bewerben. Eigentlich aber nicht, da ich mir schon über den Hospizplatz von Fuchur meine Gedanken gemacht habe und zu der Entscheidung kam, dass er für mich aufgrund seines Gewichts nicht zu händeln sei. Ira habe ich ja nun schon seit ihrem ersten Auftauchen verfolgt und es hat mich gefreut, dass sie in Hamburg angekommen ist. Toll! Schlimm natürlich die Diagnose, aber es ist nun mal so!

Am 23.12. ging alles recht schnell: Vorgespräche am Telefon, Fahrt nach Hamburg in Uniform (wie reagiert ein Hund auf einen sprechenden Busch), Zusammenführung mit meinem Hund Knut und letztlich Mitnahme!

Zuhause habe ich Ira erstmal alleine ins Wohnzimmer gelassen. Schade, dass ich keine Videoaufnahme machen konnte! Sehr vorsichtig, staunend, einzelne Teile bewundernd, wie Alice im Wunderland! Ich habe Knut dann nachgeholt, er war nicht erbaut, aber es ging. Danach haben wir einen sehr ruhigen Abend mit ihr verbracht. Sie schnarcht wie ein Sägewerk! Ira hat ihr Bett gut akzeptiert und Knut hat seinen angestammten Ruheplatz, den sie ihm auch nicht streitig machen wollte.

In der Nacht bin ich alle drei Stunden mit den Hunden raus, wie bei einem Welpen. Dies ist, gerade für die erste Nacht, bei dem verabreichten Diuretikum (Anm.: Medikament zur Entwässerung des Körpers, die Iras Herz nicht mehr bewerkstelligen kann) und der Herkunft aber auch nicht schlimm, überraschend oder gar ärgerlich. Das ist einfach so. Im weiteren Verlauf hat sich Ira übrigens als stubenrein erwiesen, wobei ich sie noch nicht länger als zwei Stunden alleine gelassen habe und sie sofort raus darf, wenn sie möchte!

In ihrem neuen Zuhause ...... hat sich die Hundeoma bereits gut eingelebt.Einmal hat uns ihre Vergangenheit eingeholt: Ich habe aufgeräumt und eine leere Flasche Wein vom Tisch genommen. Allerdings am Hals gepackt, als wenn ich schlagen wollte. Ira ist sofort runter und hat versucht, mit ihren Pfoten den Kopf zu schützen.

Mit Ira geht es sehr gut. Das Bad wollte sie gar nicht, hat es aber überstanden und nötig war es auch. Nachts muss sie nicht mehr raus, sie ist sehr stubenrein! Toll! Appetit sehr gut, ich muss natürlich aufpassen, dass sie nichts klaut. Aber das kenne ich von Knut, daher keine Umgewöhnung. Im Gelände orientiert sie sich sehr an ihm und hat Interesse an Fährten und Duftspuren. Des Weiteren kommt ein ordentlicher Jagdtrieb zum Vorschein. Auch kein Problem. Sie läuft locker mit und legt auch mal Spurts ein. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie überlastet ist.“

Ira macht ihr neues Leben sichtlich Freude. Wenn Sie uns und Iras Hospizstelle dabei unterstützen möchten, ihr diese Lebensfreude noch so lange wie möglich zu erhalten, freuen wir uns über Ihre Patenschaft für Ira. So können wir Futter, Behandlung und Medikamente sicher finanzieren.

In Gesellschaft kann hund die Welt gleich viel mutiger erobern.Spazierengehen, ob Ira das aus ihrem bisherigen Leben überhaupt kannte?


Hier geht es zum nächsten Bericht über Ira: Hündin Ira geht auf Reisen.